Hamburger Sturmflut von 1962: Geschichtlicher Rückblick

Eine Katastrophe mit verheerenden Auswirkungen hatte die Hamburger Sturmflut von 1962, die noch immer im Gedächtnis der Hamburger verankert ist. Über 312 Menschen verloren ihr Leben und Wilhelmsburg stand komplett unter Wasser. Der Großteil der Bevölkerung wurde in der Schlafphase überrascht. An diesem Tag wurde der Juristenball im Hotel Atlantik gefeiert. An den Landungsbrücken fanden sich unzählige Schaulustige ein, die sich sogar mit dem Taxi haben bringen lassen. Das steigende Wasser war eine faszinierende Erscheinung. Tausende von Menschen drängten sich um die besten Plätze.

Hamburg Rathaus

Foto: Pressestelle des Senats/Koch

Sturmflut in Hamburg – 312 Menschen verloren ihr Leben

Auf der anderen Elbeseite waren Gruppen auszumachen, die sich aus Polizei, Feuerwehr und der Deichwacht zusammensetzten. Es wird nichts unternommen, da die Deiche halten. Es ertönt keine Sirene und auch die Kirchenglocke bleibt stumm. Kurz nach Mitternacht kommen die ersten Meldungen herein, dass der Deich nicht mehr hoch genug ist und Wasser übergetreten ist. Völlig überrascht wird der Ortsamtsleiter aus dem Bett geklingelt und soll nun die Katastrophe aufhalten. Gerade mal drei Streifenwagen stehen in dieser Nacht zur Verfügung und das Wasser steigt. Das erste Opfer waren die Kleingartenkolonien. Man versuchte die Menschen aus ihren Betten zu holen, doch die verstehen nicht worum es geht. Das Wasser hat mittlerweile die Kniehöhe erreicht und die Telefonleitungen sind zusammengebrochen.

Über Funk versucht man die Meldungen durchzugeben. Im Hamburger Süden ist der Strom ausgefallen und die Gaswerke müssen das Gas verbrennen, um die Leitungen zu entlasten. Das Wasser steigt immer weiter. Auf der Reichsstraße schwimmen Möbel und Kleidung an den Fahrzeugen vorbei. Der Wind hat an Kraft gewonnen und die Temperaturen sinken. Freunde und Nachbarn müssen teilweise mit ansehen, wie die lieben Menschen ertrinken. Sie können nichts tun. Am nächsten Tag werden die Helden sichtbar, die Menschen von Dächern unter Einsatz des eigenen Lebens gerettet haben. Verletzte wurden in der Nacht versorgt und sogar Kinder auf die Welt gebracht. Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer und auch die Helden, die teilweise in den letzten Jahren verstorben sind. Schicksalhafte Begegnungen haben sich ergeben aber auch einsame Tode waren zu verzeichnen.

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